a-ha
„Foot of the mountain“
(CD_Universal)
Das neue a-ha Album „Foot of The Mountain“ polarisiert wie kein zweites. Durch ihre letzten drei Alben haben sich die Norweger in eine ganz andere Richtung entwickelt, als das Fans aus den 80ern von ihnen gewohnt waren. Wenngleich ihr Comeback-Album „Minor earth-Major Sky“ alte wie neue Fans gleichermassen begeisterte waren die Folgealben „Lifelines“ und „Analogue“ dann doch eher auf ein neueres Publikum abgestimmt wurden. Alte Fans können sich mit dem neuesten Meisterwerk aber wieder entspannen, denn a-ha sind zurück und präsentieren das elektronischste Album ihrer Geschichte. Die verwendeten Sounds sind absolut zukunftslastig und haben sehr viel mit ihren Anfängen gemein, allerdings dann, wie immer sehr zeitgemäß. Während Depeche Mode musikalisch ein „Sounds of the universe“ schaffen wollte, es aber nur zu einem „Voices of the universe“ schaffte ist a-ha diesem Titel viel näher gekommen. Das merkt man der aktuellen Titel-Single aber freilich gar nicht an, denn an diesem Song kann man gut erkennen, wie die Plattenindustrie arbeitet. Der Song enthält zwar auch schon einige Anleihen zu diesem Universe-Sound, doch dann eher in bedeckter Form. Anders dagegen der Opener „The Bandstand“, der schon mehr an Bands wie Elegant Machinery oder Kie The Vez erinnert. Allerdings dann begleitet von einem der besten Sänger der Welt, dessen Gesang hier und da aber dann doch nicht so richtig zu dem sehr elektronischen Gerüst passt. Die meisten Songs sind sehr tanzbar und haben ein sehr flottes Tempo ohne dabei Höhepunkte in jedem einzelnen Song zu vernachlässigen. Auch wenn die Band sich schon einmal getrennt hat, sind sie nach ihrer Wiedervereinigung besser denn je und beanspruchen sogar den Titel, den ihr größter Mitkonkurrent im Synthie-Pop Genre für sich festlegen wollte für sich selbst. Herzlichen Glückwunsch.
Wertung: 100 %
Micha L.
Morrissey
„Southpaw Grammar“
(CD_Sony)
Es ist das Album, das die Morrissey Fans so sehr gespalten hat, wie kein zweites. Nun erschien diese eindeutige Polarisation in der Version, wie sie sich Morrissey schon immer gewünscht hat im limitierten E-ColBook. Angefangen vom neuen Artwork, über die in Tagebuchform erstellten monologe von Moz, über die vielen schönen schwarz-weiß-Fotos ist diese CD auch in Papierform ein echter Hingucker geworden. Ausserdem wurde die Trackliste nicht nur um 4 Stücke erweitert, sondern auch anders aufgestellt und zudem noch remastert. Somit will Morrissey seinem vielfach unterschätztem Album eine zweite Chance geben, die sicherlich auch euch faszinieren wird.
Wertung: 99%
Micha L.
Various Artists
„Bravo Black Hits Vol 20“
(2CDs_Universal)
42 Titel umfasst die neueste Ausgabe der Brave Black Hits. Der Titel trifft aber nur vielleicht auf die hälfte der Songs zu, da hier auch Lady Gaga, Peter Fox und Chris Cornell zu hören sind. Insgesamt spiegelt der Sampler eine Vielzahl der aktuellen Charts wieder und legt sich dabei schwer bis mittelmässig auf die Richtung Black fest, wobei das politisch sicherlich nicht ganz korrekt ist.
Wertung: 76%
Jonah
Nick Cave
„The Firstborn is dead“
Collectors Edition
(CD+DVD_Emi)
Das zweite Abum von Nick Cave & The Bad Seeds wurde nun wiederveröffentlicht und enthält neben den 7 Tracks des offiziellen Albums eine DVD. Die beiden Silberlinge sind in einem schicken Digipack verpackt. Neben dieser Collectors Edition wurden auch noch 3 weitere Alben von Cave neu veröffentlicht. Für Fans sind die remasterten Version samt Bonusmaterial natürlich ein Muss.
Wertung: 88%
Emily
Sinead O´Conner
„I Do not want what I...“
Limited Edition
(2CDs_Emi)
Mit „Nothing compares 2 u“ hat Sinead O´Conner nicht nur sehr erfolgreich verhindert, das Depeche Mode mit „Enjoy The Silence“ Nummer 1 der deutschen Single Charts wird, sondern hat auch einen Welthit präsentiert, der sie berühmt ge-macht hat. Der von Prince geschriebene Song ist allerdings auch das beste Stück des Albums, das hier in einer limitierten Version wieder neu aufgelegt wurde und eine Bonus CD enthält, welche auch z.B. „Silent Night“ und „Mind Games“ enthält. Die gesamte CD ist wirklich etwas besonderes, vor allem in der heutigen Musiklandschaft und hat 20 Jahre nach ihrer Entstehung auch nichts von ihrem Glanz verloren.
Wertung: 89%
Jonah
Blur
„Midlife“
(2CDs_Emi)
A Beginner's Guide to Blur... soll angeblich der Startschuss für die Wiedervereinigung der Band bedeuten. Nachdem man sich über Jahre hinweg zerstritten hat, wollen sich die Mannen um Sänger Damon Albarn wiedervereinen um dann doch noch mal ein Album einzuspielen. Das letzte Album war „Think Tank“ und liegt nun auch schon wieder 6 Jahre zurück. Dazwischen war wollen Albarn nicht gerade untätig, da er Solo-Platten aufnahm oder mit den Gorillaz ordentlich durchstartete. Für Fans ist dieser Beginnersguide natürlich nicht geeignet, da diese sicherlich die schon vor knapp 10 Jahren erschienene Best Of CD ergatterten, dessen Tracklisting diesem hier gar nicht so unähnlich ist. Für Neulinge, die Blur immer gern willkommen heisst, ist diese CD mit ihren ganz grossen Hits wie „Song2“, „Tender“ und „Girls and boys“ der perfekte Einstieg.
Wertung: 99%
Micha L.
Various Artists
„United Vol. II“
(CD_Black Rain)
Das deutsche Label Black Rain arbeitet fleissig weiter und bringt nun sehr hochwertige CD-Boxen auf den Markt. Das ist sicherlich die richtige Antwort auf die wohl immer noch sehr stark anhaltende Piraterie, die ja nun auch Grund dafür sein soll, das die Musikindustrie die Popkomm in diesem Jahr ausfallen lässt. Der United Vol. 2 Sampler beinhaltet zwr nur 13 Tracks, dafür sind diese aber sehr schön verpackt und teilweise auch nur hierrüber erhältlich. Bands wie Aslan Faction, Life Cried, Dym oder Tactical Sekt sind nicht nur bekannt, sondern haben auch einige Fans auf der ganzen Welt vorzuweisen.
Wertung: 78%
Micha L.
Division Kent
„Gravity“
(2CDs_Echozone)
Division Kent haben mit ihrer entzückenden Sängerin gleich mehrere Produzenten für ihre neuen Songs gewinnen können. Darunter vor allem Gareth Jones, der Depeche Mode schon zum Erfolg führte. Dieser hat vier Songs des neuen Albums abgemischt. Nach ihrem erfolgreichen Debüt Monsterproof aus dem Jahr 2006, erscheint das zweite Album Gravity in einer limitierten Doppel-CD Erstauflage bei ECHOZONE. Nachdem man mit dem Debüt bereits einen Vertrag bei einem Unterlabel von Sony hatte, stürzte die Band leider in den Indie-Bereich ab, wo sie sich aber auch wohler fühlen dürften. Gewohnt einfühlsam und atmosphärisch dicht präsentieren sich die Songs auf Gravity, dessen stimmliche Essenz von Sängerin Andrea B. wieder einmal mehr als eindrucksvoll wiedergegeben wird. Nicht zuletzt ihrer melancholisch-erotischen Präsenz ist es zu verdanken, dass auch eine Cover-Version des Shriekback Klassikers This Big Hush ihren Urhebern alle Ehre macht. Als Bonus hat die Erstauflage noch eine Remix-CD zu bieten. Auf dieser sind 13 Remixe, die die musikalische Bandbreite noch einmal deutlich erweitern können: Künstler der elektronischen Musik aus L.A., Tokio, London, New York, Paris, Genf haben die Songs interpretiert. Dabei werden sowohl experimentierfreudige Hörer sowie Clubgänger gleichermassen fündig. Einfach mal antesten!
Wertung: 89%
Mehr Kritiken und Bewertungen zu jeder CD gibt es in der aktuellen Ausgabe, die man hier bestellen kann...